Hüter Meines Bruders – hochwertiges Szenenbild; Handlung fehlt…

(This review is for a German film, thus I decided to write it in German. Translation will follow shortly.)

Maximilian Leos Film „Hüter Meines Bruders“ solle als Überschrift für die Perspektive Deutsches Kino gelten, betonte Linda Söfker, Leiterin der Programmsparte bei der Eröffnung am Freitag, 07. Februar.

Wenn dieser Film zusammen fasst, was das deutsche Kino dieses Jahr zu bieten hat – dann brauchen wir uns nicht wundern, dass wir keine Konkurrenz für ausländische Produktionen darstellen.

Die Prämisse des Films ist schnell erklärt: Gregor ist Arzt, verheiratet; sie suchen ein Haus. Sein Bruder Pietschie ist freiberuflicher Designer, vögelt sich durch die Hauptstadt und Drogen sind ihm auch nicht fremd. Einmal jährlich gehen die Brüder segeln, dich dieses Mal verschwindet Pietschie mit einer anderen Gruppe junger Menschen und taucht nicht mehr auf.

Hier offenbart sich das grundlegende Problem des Films – es liegt im Drehbuch. Denn wenn andere Geschwister Himmel und Hölle in Bewegung setzen würden, um ihren Bruder wieder zu finden, wenn dieser einige Tage nicht zu erreichen ist, tut Gregor genau das Gegenteil.

Er wartet.

Er wartet, schaut in Pietschies alter Wohnung vorbei, zieht dort irgendwann auch ein (seine Frau ist im Ausland; er ignoriert ihre Anrufe nach einiger Zeit). Gregor lässt sich treiben ohne aktiv zu werden und einzig Jule, die Ex seines Bruders, bringt etwas Handlung in die Hymne der Selbstbemittleidung.

Gregor leidet unter der Abwesenheit seines jüngeren Bruders, ist jedoch gelähmt und kann sich nicht befreien. Psychologisch durch aus interessant, als Spielfilm reicht die Handlung jedoch bei weitem nicht aus.

Ich persönlich habe mich nach den ersten 15 Minuten schon gelangweilt. Lange Sequenzen ohne viel Dialog, geschweige denn Handlung, unverständliche Protagonisten…

Das einzige, was meine Langeweile verringerte, war das Bild, die misè-en-scene und das Licht (und die kurzzeitige frontale Nacktszene des Hauptdarstellers- nice). Handwerklich bewegt sich „Hüter meines Bruders“ auf sehr hohem Niveau; er bemüht sich, Kameraeinstellungen neu zu gestalten (wenn auch die Shots des Hinterkopfs eines Darstellers seit Black Swan nichts neues mehr sind); die Bilder sind klar, durch geometrische Linien geprägt. Pietschies Wohnung ist voller Bilder, Symbole – und seiner Klamotten, die Gregor zuerst  nur anprobiert und schließlich gänzlich überstreift.

Filmanalytiker werden mit „Hüter Meines Bruders“ sicher viel Freude haben. Wer tolle Cinematography und Photography genießt, sollte sich dieses Werk auch ansehen. Jeder andere kann ihn sich sparen.

*

Hüter meines Bruders

R: Maximilian Leo; 88′, Deutsch

D: Sebastian Zimmler, Robert Finster, Nadja Bobyleva

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